Gelungene Generalprobe für‘s 25. Jubiläum

Nach wie vor ist Unterwasserrugby keine olympische Sportart, also blickte dieses Wochenende (16./17.8.2008) die ganze Welt nach Pfungstadt.

Fast die ganze Welt.

Na gut, eigentlich eher ein sehr kleiner Teil davon.

Aber dieser Teil sah begeistert zu, wie im 24. Pfungstädter Bierpokal zum 3. Mal Felix Göteborg den Pokal erkämpfte. 12 Mannschaften waren angetreten, in einem international anspruchsvollen Feld. In der Anzahl dominierten natürlich hessische Mannschaften (DUC Darmstadt, USC Obertshausen, TC Pulpo Wiesbaden, SG Gießen, FTG Pfungstadt), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (DSSC Duisburg, DUC Köln, 1.PSV Paderborn). Aus Schweden stellten sich die Göteborger, aus Baden-Württemberg der TCO Weinheim und sogar aus Bayern kam ein Team: der TC Octopus Rosenheim. Als „special guest“ nahm die deutsche Damennationalmannschaft am Turnier teil.

Aufgrund der seit dem letzten Jahr deutlich angewachsenen Mannschaftszahl wurde die Spielzeit auf effektiv 10 Minuten beschränkt. Wer bis dahin nicht warm geworden war, für den war es zu spät. Alles eine Frage der Disziplin und Motivation. Genau in diesem Licht gezeigt hat sich das Team aus Schweden, das nach einem Tag mit strahlendem Sonnenschein und drei Vorrundenspielen pro Mannschaft sehr viel Disziplin bei der Party auf dem nahegelegenen Sportplatz bewies, indem es sich beim Bierkonsum merklich zurückhielt.

Nach einem spontanen Auftritt der Blaskapelle der FTG wurde die erste Runde Freibier des Wochenendes, gestiftet von der Pfungstädter Brauerei, ausgeschenkt. Ein weiteres, sehr erfreuliches Ereignis trat ein, als sich herausstellte, dass sich die Mannschaft aus Rosenheim an ihre „Wettschulden“ vom letzten Liga-Spieltag erinnert hatte und ihrerseits 10 Kisten Bier an die Heimmannschaft überreichte. Diese Hintergrundgeschichte macht verständlich, dass so ein Turnier so einige Gefahren mit sich bringt, wie z. B. das ein oder andere Bier oder den ein oder anderen Cocktail (zu viel). Für die Schweden aber hieß es: Vergnügen ja, aber bitte nur bis 0 Uhr. Man hatte am nächsten Tag noch einiges vor. Ein Großteil der anderen Mannschaften jedoch feierte munter weiter, bis um 3 Uhr nachts die Polizei für den zweiten spontanen Auftritt des Abends sorgte und daraufhin die tolle Fetenmusik von DJ Erik abgestellt wurde. Die inzwischen geschrumpfte Runde hielt sich dennoch ca. 1,5 Stunden auf den Beinen, bis schließlich alle Turnierteilnehmer in ihren Zelten lagen.

Am nächsten Morgen wartete nicht nur ein Frühstücksbuffet auf die Rugbyspieler, sondern auch ein weiterer Spieltag. In den Endrundenspielen zeigte sich, dass sich der Mangel an Disziplin vom Vorabend nicht sonderlich drastisch oder unverhältnis-mäßig verteilt ausgewirkt haben konnte, da in 9 von 12 Spielen die Entscheidung nur mit einem Tor Unterschied fiel. Der USC Obertshausen überwand im kleinen Finale den Vorjahressieger DUC Darmstadt und nahm somit in der Endwertung den dritten Platz ein. In einem spannenden Finale schlug Felix Göteborg den DSSC Duisburg mit 2:0.

Bei der anschließenden Siegerehrung auf dem Sportplatz wurde traditions-gemäß durch Ralfs hervorragende Fleischauswahl, die von etlichen gestifteten Salaten bereichert wurde, für das leibliche Wohl gesorgt.

Ein weiteres Highlight war das plötzliche Anwachsen eines von Obertshausen gesponserten Bierfasses im Kühlraum der Kneipe Tribüne von angenommenen 30 auf 50 l. Das Fass wurde gleich nach der Siegerehrung von den ca. 160 Anwesenden angetrunken, doch im Endeffekt von den Spielern aus Göteborg mit ein wenig Hilfe aus Darmstadt und Pfungstadt geleert.

Wie jedes Jahr kann die UWR-Abteilung der FTG Pfungstadt auf die gute Organisation und die freiwilligen Helfer stolz sein. Ginge es bei Olympia um Grillgut und ein wirklich außergewöhnliches Mannschaftsgefüge und -gefühl, Unterwasserrugby wäre nach diesem Wochenende olympische Sportart.

Ria

Kommentieren